INFOWEBSITE FÜR WERDENDE UND STILLENDE MÜTTER

Häufige Fragen

Wie kann ich mich schon in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereiten? 

Ein Austausch mit anderen Müttern oder erfahrenen Stillberaterinnen ist ein guter Einstieg, um erste Einblicke zu erhalten und offene Fragen zu klären. Unsere «Still‑Zmorgä» bieten beispielsweise die Möglichkeit, sich mit anderen Müttern auszutauschen und direkt Fragen an Stillberaterinnen zu stellen. Auch eine frühzeitige Information über das Thema Stillen, etwa durch Geburtsvorbereitungskurse oder spezifische Stillkurse, kann hilfreich sein. Achten Sie bei der Informationsbeschaffung besonders auf seriöse und evidenzbasierte Quellen, dazu zählen Inhalte von Hebammen, zertifizierten Stillberaterinnen, offiziellen Gesundheitsorganisationen oder Kliniken. Auch Webseiten von Fachgesellschaften oder öffentlichen Gesundheitsstellen bieten verlässliche Informationen. Hier finden Sie beispielsweise umfassende Informationen der Familie Larsson‑Rosenquist Stiftung rund um das Thema Stillen.

Welche Rolle spielt der Austausch mit anderen Müttern?

Der Austausch mit erfahrenen Müttern oder Stillgruppen kann sehr hilfreich sein. Persönliche Erfahrungen geben praktische Einblicke, nehmen Unsicherheiten und zeigen, dass Herausforderungen beim Stillen ganz normal sind. Auch an unseren «Still-Zmorgä» gibt es die Möglichkeit, sich mit anderen Mamis auszutauschen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Soll ich meinen Arbeitgeber informieren, dass ich nach dem Mutterschaftsurlaub stillen möchte?

Ja, es ist sinnvoll, den Arbeitgeber frühzeitig darüber zu informieren, dass Sie nach dem Mutterschaftsurlaub stillen möchten. So können gemeinsam passende Rahmenbedingungen geschaffen werden, zum Beispiel Still- oder Abpumpzeiten sowie ein geeigneter Rückzugsort. In der Schweiz ist Stillzeit während der Arbeitszeit gesetzlich geregelt und gilt als bezahlte Arbeitszeit. Ein offenes Gespräch im Vorfeld hilft, den Wiedereinstieg möglichst entspannt zu gestalten. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Rechten am Arbeitsplatz. 

Wie kann ich meinen Partner oder mein Umfeld einbeziehen?

Stillen betrifft nicht nur Sie allein, sondern ist auch eine gemeinsame Umstellung im Alltag. Ihr Partner oder andere nahestehende Personen können Sie auf unterschiedliche Weise unterstützen, zum Beispiel emotional durch Ermutigung, durch Verständnis in herausfordernden Phasen oder ganz praktisch im Alltag. Auch das gemeinsame Informieren über das Stillen kann helfen, Unsicherheiten zu reduzieren und ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.

Welche praktischen Vorbereitungen kann ich schon treffen?

Schon kleine Vorbereitungen können den Start in die Stillzeit erleichtern. Richten Sie sich zum Beispiel einen gemütlichen Stillplatz ein mit allem, was Sie in Reichweite brauchen. Es kann hilfreich sein, einige grundlegende Dinge wie Still BHs oder Stilleinlagen bereits vor der Geburt zuhause zu haben. Überlegen Sie sich auch, wie Sie sich in den ersten Tagen unterstützen lassen können, etwa durch Hilfe von Partner, Familie oder Freunden bei alltäglichen Aufgaben, damit Sie sich ganz auf Ihr Baby konzentrieren können. Vieles Weitere ergibt sich im Alltag mit Ihrem Baby. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich Raum für Ruhe, Kennenlernen und Erholung schaffen.

Eine stillende Mutter hat einen Infekt wie Schnupfen oder Husten. Darf sie trotzdem stillen?

Ja, über die Muttermilch bekommt das Kind gleichzeitig Antikörper und ist so vor einer Ansteckung geschützt.

Sind gestillte Kinder weniger Anfällig auf Allergien?

Gestillte Kinder haben ein kleineres Risiko für Übergewicht, kindliche Leukämie, Diabetes Typ I und II. Allergien sind seltener.

Welche weiteren Vorteile hat das Stillen?

Stillen wirkt sich positiv auf die Kieferentwicklung des Kindes aus, weil die beteiligten Muskeln trainiert werden. Darüber hinaus trainiert es den Lippenschluss, der eine wichtige Voraussetzung für die Sprachentwicklung ist. Gestillte Kinder benötigen weniger logopädische Therapien.

Wann soll man das Neugeborene erstmals an die Brust nehmen?

Der Saugreflex des Babys ist in den ersten 30 bis 60 Minuten nach der Geburt am stärksten ausgeprägt. Es kommt viel seltener zu Schwierigkeiten beim Stillen, wenn es in dieser Zeit das erste Mal an der Brust seiner Mutter trinkt.

Wie lang ist frisch abgepumpte Muttermilch im Kühlschrank (bei ca. 4° C) haltbar?

Frisch abgepumpte Muttermilch gehört sofort in den Kühlschrank und ist dort drei bis fünf Tage haltbar.

Bietet Stillen einen sicheren Empfängnisschutz?

Nein, beim Stillen wird zwar das Milchbildungshormon Prolaktin ausgeschüttet, welches einen Eisprung unterdrücken kann, allerdings sinkt der Prolaktinspiegel schon bei einer vierstündigen Stillpause so weit, dass es zu einem Eisprung kommen kann. Um eine sichere Verhütung zu gewährleisten, sollte auf mechanische oder spezielle hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen, die in der Stillzeit erlaubt sind.

Sollte ein gesundes vollgestilltes Baby bei heissem Sommerwetter ergänzend Tee bekommen?

Nein, häufiges Anlegen nach Bedarf des Säuglings reicht aus.

Nehme ich beim Stillen ab?

Stillen ist ein Pfundschmelzer. Trinkt das Kind 700 ml Milch, verbraucht die Mutter etwa 500 kcal zusätzlich pro Tag.

Ist Muttermilch steril?

Nein, sie ähnelt mehr einer Joghurtkultur. Forscher identifizierten darin 700 Bakterienarten, die für eine gesunde Darmflora sorgen.

Verändert sich Muttermilch?

Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich von Tag zu Tag, von Mahlzeit zu Mahlzeit und bei Krankheit der Mutter. Sie ist wässriger im Sommer, energiereicher im Winter.

Bekomme ich durch das Stillen hängende Brüste?

Tatsächlich können die Brüste nach der Geburt schlaff werden. Das liegt aber hauptsächlich an der Schwangerschaft und nicht am Stillen. Meist findet der Busen wieder in seine Form zurück.

Was bedeutet Kolostrum?

Die Muttermilch, die in den ein bis zwei Tagen nach der Geburt gebildet wird, heisst Vormilch oder Kolostrum. Sie ist gelb wie Butter, eher dickflüssig und enthält alle für das Kind wichtigen Stoffe in konzentrierter Form. 

Worauf bei der Ernährung in der Stillzeit achten?

Stillende Mütter haben einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Weitere Infos finden Sie hier.

Habe ich genügend Milch?

Wenn Sie Ihr Kind nach Bedarf stillen, werden Sie von selbst die richtige Menge Milch produzieren. Ist das Angebot zu gross, wird Ihr Kind die Brust nicht leer trinken, was wiederum zu einer verminderter Produktion führt.